aus: Werkdokumentation Artefakte, Galerie Bob Gysin, 2010

 

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Der Künstler Georg Aerni ist bekannt geworden mit fotografischen Serien aus grossen Städten wie Paris, Barcelona, Hongkong und Tokio. Nach seiner Arbeit über zoologische Gärten (Territorien, 2005) und über die Alpen (Holozän, 2006-08) setzt er sich mit der Serie Artefakte erneut mit der Landschaft auseinander.
Seit 2006 untersucht Georg Aerni in loser Folge menschliche Interventionen in der Natur: Aufschüttungen, Aushöhlungen, Holz-, Beton-, Steinkonstruktionen. Der Fokus des Künstlers ist sowohl auf jene Eingriffe gerichtet, die sich infolge Materialität oder Oberfläche  in ihre Umgebung beinahe selbstverstandlich integrieren als auch auf solche, die nicht weiter hinterfragt werden, indem ihre Funktionen allgemein bekannt sind. Wie die Häuser und Städte sieht der Künstler die Landschaft als Zeichen-Raum, der, obwohl menschenleer, viel aussagt über die Geschichte, über gesellschaftliche und kulturelle Lebensbedingungen.
Durch das Herauslösen der Zivilisationsspuren aus ihrem Kontext sowie durch ihre Gegenüberstellung in der dichten Hängung der Ausstellung ensteht eine Verfremdung und Verunsicherung. Oft erscheinen Ziel und Zweck der Eingriffe rätselhaft. Georg Aernis Bilder zeigen diese nüchtern dokumentierend sowie mit Sinn für das Skurrile ihrer Situationen.